BDS-Präsident Günther Hieber ist auf dem Landesverbandstag des Bundes der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. (BDS) in Ludwigsburg an der Spitze des Mittelstandsverbandes bestätigt worden. Die Delegierten der örtlichen Handels- und Gewerbevereine wählten den Fachanwalt für Steuerrecht aus Fellbach im Rems-Murr-Kreis einstimmig für weitere vier Jahre erneut zum Präsidenten von rund 18.000 Selbstständigen.
Große Einigkeit herrschte auf dem Verbandstag des Mittelstandsverbands auch bei der Wahl der weiteren Vorstandsämter: So wurden auch die vier Vizepräsidenten und der Landesschatzmeister einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Vizepräsidenten sind die Friseurmeisterin Rita Keller aus Schwendi, Kfz-Meister Wolfgang Stern aus Leimen, der Stuttgarter Rechtsanwalt Peter Bunzel sowie Norbert Raif aus Plochingen, der eine internationale Unternehmensberatung für Sicherheitssysteme leitet. Als Landesschatzmeister wurde der Mannheimer Steuerberater Wolfgang Bauer wiedergewählt. „Das ist ein toller Erfolg unserer Vorstandsarbeit in den letzten Jahren“, freut sich der alte und neue Präsident über die guten Ergebnisse. Mit der deutlichen Wahl der Vorstandsmannschaft im Rücken habe man ein klares Mandat, weiterhin deutliche Impulse in der Mittelstandspolitik zu setzen.
Steuerrecht vereinfachen
Dazu will Hieber einen neuen Vorstoß zur Vereinfachung des Steuerrechts unternehmen: „Das gesamte Steuersystem ist selbst für viele Experten so undurchsichtig und kompliziert, dass diejenigen bevorteilt sind, die sich die besten Berater leisten können. Nur ein einfaches und verständliches Steuersystem stößt langfristig wieder auf Akzeptanz der Bürger und Steuerzahler. Es vermindert damit auch das Interesse an legaler und illegaler Steuerflucht. Das wird das zentrale Thema der nächsten zehn Jahre sein“, so der Fachanwalt für Steuerrecht. Dabei müsse gleichzeitig die immense Staatsverschuldung endlich angegangen werden, „ohne dass diejenigen, die kreativ sind und Verantwortung tragen, die Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze schaffen, so sehr belastet werden, dass ihnen die Last zu schwer wird und sie sich frustriert zurücklehnen oder das Land verlassen.“

Generalversammlung stimmt Beitragsanpassung zu
Mit deutlicher Mehrheit von 114 Ja-Stimmen bei 63 Nein-Stimmen stimmten die Delegierten in Ludwigsburg auch einer Anpassung der Jahresbeiträge von 40 auf 50 Euro pro Mitglied zu. Nach dem die Entscheidung darüber auf Wunsch der Delegierten im vergangenen Jahr um ein Jahr verschoben worden war, hatte der Landesverband in einer Expertengruppe ausführlich über die Ausrichtung des Verbandes, das aktuelle und zukünftige Leistungsangebot sowie die zukünftige Beitragsstruktur diskutiert. Dabei ist deutlich geworden, dass der Verband in den vergangenen Jahren alle Sparpotenziale ausgeschöpft hat. Gleichzeitig wurden mit Angeboten wie dem Vereinsleitfaden oder einem neuen BDS-Informationssystem mit Mitgliederverwaltung und Homepage für Vereine und der Veranstaltungsreihe „BDS-Unternehmertreff“ neue Angebote geschaffen, von denen die Vereine und Mitglieder nachhaltig profitieren. Bei vier Regionalkonferenzen wurde im Vorfeld des Verbandstages ausführlich mit den Vereinen und Mitgliedern über die Notwendigkeit dieses Schrittes gesprochen. „Nur ein starker, handlungsfähiger Verband wird in der Politik wahrgenommen“, so Hieber.

Erwin Teufel: Soziale Marktwirtschaft ist Ergebnis ethischen Handelns
Am Vormittag hatte der BDS bei einem öffentlichen Mittelstandsforum für seine Themen geworben. Der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel sprach als Festredner zum Thema „Ethik in der Wirtschaft“. Dabei bezeichnete Teufel die Soziale Marktwirtschaft als Ergebnis ethischen Handelns. Sie sei der dritte und beste Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Sie verbinde Wettbewerb und sozialen Ausgleich, Chancengerechtigkeit und einen Ordnungsrahmen.
Teufel zeigte sich skeptisch gegenüber einem heute oft vorliegenden Spezialwissen ohne Werte und Orientierungswissen. "Wahrheit ist das Ganze", zitierte er Hegel. Er wünsche sich geisteswissenschaftliche Lehrstühle an naturwissenschaftlichen Hochschulen, die Orientierungswissen vermitteln.
Einen Gegensatz zwischen Ethik und Wirtschaft, zwischen gutem und erfolgreichem Handeln, gebe es mit der Sozialen Marktwirtschaft nicht. Gutes Wirtschaften sei ein hoher ethischer Wert, da Armut vermieden und Sicherheit geschaffen werde. Als größte Errungenschaft unserer Kultur und Geschichte bezeichnete Teufel den Rechtsstaat mit garantierter Menschenwürde, Menschenrechte, wie z.B. "Freiheit". Es könne aber keine Freiheit ohne Verantwortung und klare Spielregeln geben.
Gebote ethischen Handelns in der Wirtschaft
Sein 17-Punkte-Katalog der Gebote ethischen Handelns in der Wirtschaft umfasste u.a. die Eigenverantwortung, den Grundsatz "Pacta sunt servanda", den ehrbaren Kaufmann, die Bereitschaft, das eigene Können weiterzugeben, das Verbot von Bestechung und Betrug, Ausbeutung, langfristiges statt kurzfristigem Denken, Gerechtigkeit, den Blick über den Kirchturm hinaus.
Gemeinsam mit BDS-Präsident Günther Hieber forderte er schließlich eine neue Weltwirtschaftsordnung, da viele der heutigen Strukturen nicht mehr in die Zeit der Globalisierung passen.

Best PracticePreis 2010 verliehen
Ein weiterer Höhepunkt des Verbandstages war die Verleihung des BDS-Practice Preises 2010 für die beste Aktion eines Gewerbevereins. Den ersten mit tausend Euro dotierten Preis erhielt der Gewerbe- und Handelsverein Feuerbach für seine Aktion Ortsbus Feuerbach. Der Verein betreibt gemeinsam mit dem BDS Weilimdorf und dem Partner WöhrTours einen Ortsbus, der Feuerbacher Wohngebiete bedient, die an den ÖPNV nicht angeschlossen sind. Neben der Kaufkraftbindung hat der Ortsbus für viele Bürger auch eine soziale Funktion. „Der Verein stärkt mit dem Konzept den innerstädischen Einzelhandel, übernimmt soziale Verantwortung und antizipiert die Demographische Entwicklung“, begründete die Jury die Auswahl.
Der zweite Preis ging an den BDS Besigheim für seine Juxspiele. Seit inzwischen über 25 Jahren führen diese Selbstständige aus sechs Städten aus fünf Ländern zu internationalen Begegnung in einer der Städte zu sportlichen Wettkämpfen mit gesellschaftlichem Rahmenprogramm zusammen.
Mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde der Handels- und Gewerbeverein Rosengarten, der für die Bürger in Rosengeraten eine Boulebahn gebaut hat. Der Verein habe mit der Boulebahn für seine Mitbürgerinnen, Mitbürger und Mitglieder etwas Bleibendes geschaffen und damit das Ansehen des Vereins und seiner Mitglieder nachhaltig gestärkt.
Weiterführende Informationen :
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Bilder vom Landesverbandstag:
Mittelstandsforum mit Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel hier...
Generalversammlung 2010 hier...
Best Practice Preis-Verleihung 2010 hier... |
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Mehr zur Ausschreibung des Best Practice Preises finden Sie hier... |
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