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KOMMENTAR
Wolfgang Becker
Geschäftsführer
Mittelstandspolitik & Kommunikation
Hoffnung Fußball-WM
Noch zwei Wochen bis zum Anpfiff. Dann schaut die ganze Welt nach Südafrika zur Fußballweltmeisterschaft. Auch in Deutschland richten Menschen und Unternehmen ihre Planungen auf die Fernsehübertragungen aus, und selbst bei den Selbstständigen ist es während dieser Zeit mutig, eine Abendveranstaltung zu planen. Dieses Ereignis hat die Menschen schon immer fasziniert, doch angesichts mancher Schlagzeilen kann man den Eindruck gewinnen, dass die WM für viele auch eine Flucht aus den Sorgen des Alltags und den ewigen Krisen in eine andere Realität ist. Die Hoffnung, mit dem Gewinn des WM-Pokals alle Probleme davonzufegen und neue Zuversicht zu gewinnen wie einst 1954, schwingt im kollektiven Unterbewusstsein mit. Betrachtet man den Titelgewinn unter diesem Aspekt, müssten wir den meisten anderen Nationen den Vortritt lassen. Einem afrikanischen Land beispielsweise, dessen Sorgen um Armut und Zukunftsperspektiven um ein Vielfaches größer sind. Oder Griechenland, das wie kein zweites europäisches Land vor einer selbst verschuldeten Radikalkur steht. Relativ zu anderen Ländern sind unsere Probleme klein, doch das darf uns nicht in die Versuchung bringen, die eigenen Probleme, insbesondere die enorme Staatsverschuldung, selbst nicht anzugehen. Diese steigt vom Eröffnungsspiel bis zum Endspiel um rund zwölf Milliarden Euro an. Jede Verlängerung macht die notwendigen Einschnitte schmerzhafter. Vielleicht tut die Fußballpause dennoch gut, um danach mit neuer Kraft das Problem anzugehen.
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