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  WM 2006  

Weltfußball in Schnetzenhausen - BDS-Mitglied beherbergt iranische Mannschaft

  
Ab Ende Mai müssen die Stammgäste von Hotelier Guido Rueß auf einige ihrer Wunschzimmer verzichten. Sein Hotel Krone in Schnetzenhausen beherbergt zur WM die iranische Nationalmannschaft, und für Spieler und Betreuer hat er 40 von 130 Zimmern geblockt.

Das Team wird sich gut in dem Vorort von Friedrichshafen auskennen: Vorm Asia-Cup 2004 hatte es dort bereits sein Trainingslager aufgeschlagen. "Sie waren sehr zufrieden mit unserem Haus und seiner Lage. Außerdem habe ich mich hervorragend mit Trainer Branko Ivankovic verstanden. Zusammen mit dem guten Kontakt zu Manager Klaus Segelbacher vom VFB Friedrichshafen hat das bei der Entscheidung für uns sicher geholfen", freut sich Juniorchef Rueß. Die Iraner sind in einem eigenen Haus untergebracht und gut abgeschirmt. "Das ist gut für die Sicherheit, aber auch für die An- und Abfahrt und Verpflegung. Sie sind dort unter sich, haben eigene Tagungsräume und einen extra Zugang zum Wellnessbereich", erklärt Rueß, der zusammen mit seinen Eltern und einer Schwester das Familienunternehmen führt. Der Hotelier ist von der WM begeistert, bange werde ihm bei dem Aufwand nicht: "Die Sicherheit machen Polizei und BKA; ansonsten habe ich einen dicken Katalog von der Fifa und dem iranischen Verband bekommen."

Allerdings hätten die Iraner einige Extras zum üblichen Fifa- Programm gewünscht: Internet, Kikker, Dart und Playstation. Bei der Verpflegung habe er außer dem Verzicht auf Schweinefleisch nichts Besonderes zu beachten. "Sie werden wie jede andere Fußballmannschaft essen, schließlich leben und arbeiten die meisten Spieler im Ausland. Mit dem Mannschaftsarzt besprechen wir jeden Tag, was auf den Tisch kommen soll - je nachdem, ob sie trainieren oder offizielle Spiele haben. Allerdings kostet er das Essen vor", schmunzelt der Hotelier, der in jedem Fall schwäbisch und international kochen möchte.

Stammgästen habe Rueß noch nicht absagen müssen, zumal sie kaum Einschränkungen im Hotelbetrieb und in der Nutzung der Wellnesseinrichtungen befürchten müssen. Einige Gäste habe es richtig begeistert, dass sie mit Spielern unter einem Dach schlafen und sie selbst am Bodensee etwas vom Trubel mitbekommen. Mit iranischen Schlachtenbummlern rechne er weniger: "Das wäre bei den Engländern etwas anders."

Entscheidend für den Zuschlag für sein Hotel sei das Angebot insgesamt gewesen: Friedrichshafen mit dem Fußballstadion des VfBs und sein Hotel, lobt er die gemeinsamen Anstrengungen mit der Stadt. Doch die Iraner werden nicht nur auf professionellen Plätzen auflaufen: Morgens zum Aufwärmen geht es ohne große Transfers auf das 100 Meter entfernte Feld des SC Schnetzenhausen.

   
     
 
 
     
 
 
       
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