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  Pressemitteilungen 2005  
Pressemitteilung vom 08.12.2005
  Standort Deutschland: BDS-Studie bewertet Stärken und Schwächen
Infrastruktur und Innovationskraft sind Plus – Made in Germany zieht nicht mehr
 
   

Für die wichtigste Stärke können wir nichts, und unsere größte Schwäche ist die Reformbereitschaft der Politik. So ließe sich die Bewertung von 1.270 befragten Mittelständlern zu 17 Standortfaktoren Deutschlands interpretieren: Die Selbständigen schätzen an unserem Land vor allem die Infrastruktur und die Innovationskraft der Unternehmen. Größte Schwäche ist die Reformbereitschaft der Politik.

Die Schwächen des Standorts

  • In der Schule wäre die Politik durchgefallen: So jedenfalls sehen es die Mittelständler, die bei der BDS-Umfrage 17 potenzielle Stärken/ Schwächen mit Noten von eins bis sechs bewerten konnten. Am schlechtesten hat die Reformbereitschaft der Politik abgeschnitten. Mit einer Note von 4,8 sehen die Mittelständler hier die größte Schwäche des Standorts.
  • An zweiter Stelle bei den Standortschwächen landen die weltmeisterlich hohen Arbeitskosten (4,7). Die Flexibilität im Arbeitsrecht (4,6) ist eine weitere Einschränkung, die vor allem die größeren Mittelständler bemängeln.
  • Unzufrieden zeigen sich die Mittelständler auch mit der Anerkennung ihrer Tätigkeit (4,1). Die Finanzierungsstruktur (3,9) ist ein weiterer Kritikpunkt. Die Eigenkapitalquote der Mittelständler liegt mit durchschnittlich 7,5 Prozent am unteren Ende im europäischen Vergleich. Ein Großteil der Finanzierung ist von Banken abhängig.

Durchschnittliche Standortfaktoren

  • Der soziale Frieden (3,4) ist aus Sicht der Unternehmer nur ein durchschnittlicher Standortfaktor. Ebenfalls mittelprächtig wird die Zuverlässigkeit der öffentlichen Verwaltung (3,4) beurteilt.
  • Bei allen Klagen über Bürokratie - Unternehmer schätzen, dass man sich in Deutschland auf die Verwaltung verlassen kann. Hierzu rechnen die Selbständigen auch die Rechtssicherheit (3,0). Sie gilt als wichtiger Standortfaktor, wird aber von Mittelständlern als selbstverständlich hingenommen. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt diese Bewertung; ein Indiz, dass größere Unternehmen schlechte Erfahrungen in anderen Ländern gemacht haben.
  • Kaum mehr als positiver Standortfaktor wird von den befragten Unternehmern das Prädikat „Made in Germany“ (3,1) eingeschätzt.

Die Stärken des Standorts

  • Für die wichtigste Stärke können wir nichts: Die geographische Lage (2,2) in Mitteleuropa. Stärken liegen dabei nicht nur in der zentralen Lage, auch das eher durchschnittliche Klima ohne ausgeprägte Hitze wie in Spanien oder extreme Kälte und Dunkelheit wie in Skandinavien sehen die Mittelständler als Vorteil. Ganz zu schweigen von jährlichen Wirbelstürmen. Auch auf die Größe des Markt (2,7) an sechster Stelle lässt sich eher wenig Einfluss nehmen. Doch alle weiteren Stärken lassen sich aktiv beeinflussen:
  • So beurteilen die Mittelständler vor allem die Infrastruktur (2,3) am Standort besonders positiv. Das im Vergleich zu vielen Ländern hervorragende Straßennetz wird von den Unternehmern hoch geschätzt. Zur Infrastruktur gehören auch die Bildungseinrichtungen und Hochschulen, die die Mittelständler trotz Pisa mit einer Note von 2,6 vergleichsweise gut einschätzen. Sie schätzen dabei die gut qualifizierten Mitarbeiter, und auch die Forschungsqualität genießt einen guten Ruf.
  • Fast genauso wichtig ist den Unternehmern aber die eigene Leistung: „Innovative Unternehmen“ (2,6) sind aus ihrer Sicht die viertgrößte Standortstärke, direkt neben der Qualität der Produkte und Dienstleistungen (2,6). Eine weitere Stärke des Standorts ist die Kompetenz in Forschung und Entwicklung (2,8). Diese basiert nicht zuletzt auf der Qualifikation der Arbeitskräfte. Mit dem dualen Ausbildungssystem verfügt Deutschland immer noch über eine wichtige Stärke insbesondere bei der Qualifikation von Mitarbeitern für kleine Unternehmen und im Handwerk.

Stärken und Schwächen des Standorts im Überblick
+++

• Geographische Lage
• Infrastruktur
• Bildungseinrichtungen/Hochschulen
• Innovative Unternehmen
• Markt (Größe und Kundennähe)
• Kompetenz in Forschung und Entwicklung
• Qualifikation der Arbeitskräfte und Mitarbeiter
• Rechtssicherheit
• Image „Made in Germany“
• Zuverlässigkeit der Verwaltung
• Sozialer Frieden
• Finanzierungsstruktur
• Anerkennung der Selbständigkeit
• Reformbereitschaft der Bürger
• Flexibilität im Arbeitsrecht
• Arbeitskosten
• Reformbereitschaft der Politik
    2,2
2,3
2,6
2,6
2,7
2,8
2,9
3
3,1
3,4
3,4
3,9
4,1
4,1
4,6
4,7
4,8

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Weitere Informationen:
Michael Wehran, Tel.: 030/ 2804 9122
www.bds-dgv.de