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Für die wichtigste Stärke können wir nichts, und
unsere größte Schwäche ist die Reformbereitschaft der Politik.
So ließe sich die Bewertung von 1.270 befragten Mittelständlern zu
17 Standortfaktoren Deutschlands interpretieren: Die Selbständigen schätzen
an unserem Land vor allem die Infrastruktur und die Innovationskraft
der Unternehmen. Größte Schwäche ist die Reformbereitschaft
der Politik.
Die Schwächen des Standorts
- In der Schule wäre die Politik durchgefallen: So jedenfalls sehen es
die Mittelständler, die bei der BDS-Umfrage 17 potenzielle Stärken/
Schwächen mit Noten von eins bis sechs bewerten konnten. Am schlechtesten
hat die Reformbereitschaft der Politik abgeschnitten. Mit einer
Note von 4,8 sehen die Mittelständler hier die größte Schwäche
des Standorts.
- An zweiter Stelle bei den Standortschwächen landen die weltmeisterlich
hohen Arbeitskosten (4,7). Die Flexibilität im Arbeitsrecht
(4,6) ist eine weitere Einschränkung, die vor allem die größeren
Mittelständler bemängeln.
- Unzufrieden zeigen sich die Mittelständler auch mit der Anerkennung
ihrer Tätigkeit (4,1). Die Finanzierungsstruktur
(3,9) ist ein weiterer Kritikpunkt. Die Eigenkapitalquote der Mittelständler
liegt mit durchschnittlich 7,5 Prozent am unteren Ende im europäischen Vergleich.
Ein Großteil der Finanzierung ist von Banken abhängig.
Durchschnittliche Standortfaktoren
- Der soziale Frieden (3,4) ist aus Sicht der Unternehmer
nur ein durchschnittlicher Standortfaktor. Ebenfalls mittelprächtig wird
die Zuverlässigkeit der öffentlichen Verwaltung (3,4)
beurteilt.
- Bei allen Klagen über Bürokratie - Unternehmer schätzen, dass
man sich in Deutschland auf die Verwaltung verlassen kann. Hierzu rechnen die
Selbständigen auch die Rechtssicherheit (3,0). Sie gilt
als wichtiger Standortfaktor, wird aber von Mittelständlern als selbstverständlich
hingenommen. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt diese Bewertung;
ein Indiz, dass größere Unternehmen schlechte Erfahrungen in anderen
Ländern gemacht haben.
- Kaum mehr als positiver Standortfaktor wird von den befragten Unternehmern
das Prädikat „Made in Germany“ (3,1) eingeschätzt.
Die Stärken des Standorts
- Für die wichtigste Stärke können wir nichts: Die geographische
Lage (2,2) in Mitteleuropa. Stärken liegen dabei nicht nur in der
zentralen Lage, auch das eher durchschnittliche Klima ohne ausgeprägte Hitze
wie in Spanien oder extreme Kälte und Dunkelheit wie in Skandinavien sehen
die Mittelständler als Vorteil. Ganz zu schweigen von jährlichen Wirbelstürmen.
Auch auf die Größe des Markt (2,7) an sechster Stelle
lässt sich eher wenig Einfluss nehmen. Doch alle weiteren Stärken lassen
sich aktiv beeinflussen:
- So beurteilen die Mittelständler vor allem die Infrastruktur
(2,3) am Standort besonders positiv. Das im Vergleich zu vielen Ländern hervorragende
Straßennetz wird von den Unternehmern hoch geschätzt. Zur Infrastruktur
gehören auch die Bildungseinrichtungen und Hochschulen,
die die Mittelständler trotz Pisa mit einer Note von 2,6 vergleichsweise
gut einschätzen. Sie schätzen dabei die gut qualifizierten Mitarbeiter,
und auch die Forschungsqualität genießt einen guten Ruf.
- Fast genauso wichtig ist den Unternehmern aber die eigene Leistung: „Innovative
Unternehmen“ (2,6) sind aus ihrer Sicht die viertgrößte
Standortstärke, direkt neben der Qualität der Produkte und Dienstleistungen
(2,6). Eine weitere Stärke des Standorts ist die Kompetenz in Forschung und
Entwicklung (2,8). Diese basiert nicht zuletzt auf der Qualifikation der Arbeitskräfte.
Mit dem dualen Ausbildungssystem verfügt Deutschland immer noch über
eine wichtige Stärke insbesondere bei der Qualifikation von Mitarbeitern
für kleine Unternehmen und im Handwerk.
Stärken und Schwächen des Standorts im Überblick
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• Geographische Lage • Infrastruktur •
Bildungseinrichtungen/Hochschulen • Innovative Unternehmen •
Markt (Größe und Kundennähe) • Kompetenz in Forschung
und Entwicklung • Qualifikation der Arbeitskräfte und Mitarbeiter
• Rechtssicherheit • Image „Made in Germany“ •
Zuverlässigkeit der Verwaltung • Sozialer Frieden • Finanzierungsstruktur
• Anerkennung der Selbständigkeit • Reformbereitschaft der
Bürger • Flexibilität im Arbeitsrecht • Arbeitskosten
• Reformbereitschaft der Politik |
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2,2
2,3
2,6
2,6
2,7
2,8
2,9
3
3,1
3,4
3,4
3,9
4,1
4,1
4,6
4,7
4,8 |
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Weitere Informationen:
Michael Wehran, Tel.: 030/ 2804 9122
www.bds-dgv.de
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