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Am 19. April 1819 gründete der Rechtskonsulent und Ökonom
Friedrich List mit 70 auf der Frankfurter Messe anwesenden Kaufleuten aus sieben
deutschen Bundesländern, unter diesen Baden und Württemberg, den "Deutschen
Handels- und Gewerbeverein". Zur Jahrhundertwende 1899 bestanden in Baden
158 örtliche Gewerbevereine mit 12.279 Mitgliedern, darunter 10.099 Handwerkern,
in Württemberg 132 Vereine mit 20.291 Mitgliedern, darunter 13.054 Handwerkern.
1928 bestanden in Baden 393 Gewerbevereine, Handwerkervereine und Innungen,
alle Mitglieder des Deutschen Gewerbeverbandes, Landesverband Baden. Der "Verband
württembergischer Gewerbevereine" zählte 1929 insgesamt 292 örtliche-
und Bezirksvereine mit 25.907 Mitgliedern; 29 Gewerbevereine waren nicht im Landesverband
organisiert.
Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933
begann ein systematisches, politisches Kesseltreiben, das zur Selbstauflösung
bzw. zum Verbot der Gewerbevereine führte. Nach Kriegsende dauerte es
5 Jahre, bis die allmählich entstehenden Gewerbevereine auch auf Landesebene
wieder zusammengeführt werden konnten. Maßgeblich beteiligt war auch
von Beginn an der erste Ministerpräsident des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg,
Dr. Reinhold Maier.
1951
wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Stuttgart-Bad
Cannstatt der "Landesverband der Württembergischen Gewerbe- und Handelsvereine"
gegründet. Zum 1.Vorsitzenden wurde Herr Karl Lang (Schwäbisch Gmünd)
gewählt. Der Verband zählte damals 108 Vereine mit etwa 10.000 Mitgliedern.
1962 wurde der Verband in "Deutscher Gewerbeverband, Landesverband der württ.
Gewerbe- und Handelsvereine" umbenannt. 1973 beschlossen rund 300 Delegierte
beim Landesverbandstag am 31.März in Stuttgart den bisherigen Verband in
"Bund der Selbständigen, Landesverband Württemberg e.V." umzubenennen.
Vor allem wollte man damit auch Mitglieder aus den "freien Berufen" integrieren
und gleichzeitig ein stärkeres Gewicht bei der Vertretung der Interessen
der Selbständigen erreichen.
Am
22.September 1973 beschloß der Landesausschuß die Fusion der beiden
Landesteile zum "Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V." (BDS),
welche am 9. November 1974 in Nagold vollzogen wurde. Zu diesem Verbandstag
erschienen 800 Vertreter der Kreis- und Ortsverbände aus Baden und Württemberg.
Zum Landesvorsitzenden wurde an diesem Tag Herr Hermann Osswald, Kaufmann, aus
Friedrichshafen gewählt. Dem Verband gehörten zu diesem Zeitpunkt 32
Kreisverbände und 400 Ortsverbände mit zusammen über 20.000 Mitglieder
an.
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